Reissorten

Die bekanntesten Sorten aus den verschiedenen Reisfamilien

Reis nicht gleich Reis: Weltweit existieren mehrere Tausend Sorten, die sich deutlich in Aussehen, Aroma, Konsistenz und Verwendung unterscheiden.

Für die Küche lassen sich diese Sorten grob in sechs Hauptgruppen einteilen:
Langkornreis, Mittelkornreis, Rundkornreis, Vollkornreis, Sonderreis und Aromareis.
Diese Einteilung orientiert sich an küchentechnischen Eigenschaften wie Korngröße, Stärkegehalt, Kochverhalten und Geschmack.
In der folgenden Rubrik werden die bekanntesten Reissorten jeder dieser Gruppen ausführlich vorgestellt. Zu jeder Sorte finden sich Angaben zum Herkunftsland, zu ihren prägnantesten Eigenschaften sowie ein typisches Gericht, in dem sie bevorzugt verwendet wird. So entsteht ein umfassender Überblick über die Vielfalt des Reises – von klassischem Basmati über cremigen Arborio bis hin zum nährstoffreichen Vollkornreis und duftendem Jasmin. Die Zusammenstellung richtet sich sowohl an Genießer als auch an Profis in Küche und Gastronomie, die gezielt nach der passenden Reissorte für bestimmte Zubereitungen suchen.
Mit dem richtigen Wissen über ihre Eigenschaften lässt sich so jeder Reis gezielt einsetzen – für authentische Gerichte, kreative Neukreationen oder gesunde Alltagsküche.

Sorten nach küchentechnischen Gruppen eingeteilt
Langkornreis
Langkornreis ist vor allem in Asien, Nord- und Südamerika beheimatet und gehört zu den weltweit am häufigsten genutzten Reissorten. Charakteristisch sind seine langen, schlanken Körner, die nach dem Kochen locker und körnig bleiben. Dadurch eignet er sich besonders gut für Gerichte, bei denen der Reis nicht kleben soll – etwa für Pfannengerichte, Salate oder als Beilage. Im Vergleich zu Mittel- oder Rundkornreis enthält er weniger Stärke, was ihm seine typische Struktur verleiht. In der folgenden Rubrik werden die bekanntesten Sorten dieser Gruppe ausführlich vorgestellt.

1. Basmati
Der Basmati-Reis stammt aus den Ausläufern des Himalaya in Indien und Pakistan und zählt zu den bekanntesten Reissorten weltweit. Er überzeugt durch sein besonders langes Korn, seinen feinen Duft und ein leicht nussiges Aroma. Nach dem Kochen bleibt er locker und körnig, was ihn zur perfekten Wahl für Gerichte wie Biryani oder Pilaw macht. Aufgrund seines ausgeprägten Aromas gehört Basmati neben der Zugehörigkeit zur Langkorn- auch zur Aromareis – Gruppe.
2. Jasminreis (Khao Hom Mali)
Ursprünglich aus Thailand stammend, ist Jasminreis ein duftender Langkornreis mit floraler Note und leicht klebriger Konsistenz. Er eignet sich hervorragend als Beilage zu würzigen Thai-Currys oder Wokgerichten. Durch seine intensive Duftentwicklung gehört er ebenso zur Gruppe der Aromareis – Sorten. Trotz seiner Langkornstruktur besitzt er eine angenehm weiche Textur.
3. Patna-Reis
Der Patna-Reis stammt aus dem Nordosten Indiens und gehört zu den trockensten und körnigsten Langkornreissorten. Er ist besonders gut für Gerichte geeignet, bei denen der Reis nicht zusammenkleben darf – etwa in Reissalaten oder als neutrale Beilage. Sein Geschmack ist dezent, wodurch er sich gut mit kräftig gewürzten Speisen kombinieren lässt.
4. Carolina-Reis
Diese Sorte hat ihren Ursprung in den Südstaaten der USA, insbesondere in South Carolina, wo sie bereits seit dem 17. Jahrhundert angebaut wird. Carolina-Reis hat ein besonders langes Korn und einen milden Geschmack, der ihn vielseitig einsetzbar macht. Beliebte Gerichte sind Jambalaya, Hoppin’ John oder Dirty Rice. Er bleibt beim Kochen körnig und locker, was ihn ideal für deftige, aromatische Speisen macht.
5. Surinam-Reis
Surinam-Reis stammt ursprünglich aus Südamerika, vorwiegend aus Surinam und Teilen Brasiliens. Seine sehr langen, schlanken Körner bleiben beim Kochen besonders trocken und locker, weshalb er häufig in gebratenen Reisgerichten wie Nasi Goreng oder in Reistafeln verwendet wird. Aufgrund seiner neutralen Note nimmt er Gewürze und Soßen gut auf, ohne dominant zu wirken.
6. Sona Masoori
Dieser aus Südindien stammende Langkornreis ist besonders in der Alltagsküche von Andhra Pradesh, Telangana und Karnataka verbreitet. Sona Masoori ist leicht, weichkochend und besitzt ein dezentes Aroma, das gut mit milden oder säuerlichen Gerichten wie Lemon Rice oder Pongal harmoniert. In nicht polierter Form kann er auch als Vollkornreis verwendet werden, da er reich an Ballaststoffen ist.
7. Thai Hom Mali 105
Die Sorte Thai Hom Mali 105 ist eine Premium-Jasminreis-Variante aus Zentralthailand und wurde für ihren besonders intensiven Duft gezüchtet. Sie zeichnet sich durch ihre besonders zarten, aber dennoch locker bleibenden Körner aus. Diese Sorte ist ideal für feine Reisgerichte mit Kokosmilch oder als edle Beilage zu Currys. Sie wird sowohl der Langkorn- als auch der Aromareis – Kategorie zugeordnet.
8. Biryani-Rice (Basmati-Hybrid)
Diese spezielle Reissorte aus Indien wurde gezielt für die Zubereitung von Biryani und Pilaw entwickelt. Sie basiert auf einem Basmati-Hybrid und zeichnet sich durch besonders lange, dünne Körner und die Entfaltung eines sehr hohen Aromas aus. Auch bei längeren Garzeiten bleibt der Reis locker und körnig. Aufgrund der gezielten Züchtung kann er auch zur Gruppe der Sonderreissorten gerechnet werden.
9. IR64
Der IR64 stammt ursprünglich aus den Philippinen, wird aber mittlerweile in vielen süd- und südostasiatischen Ländern wie Indien, Indonesien und Vietnam angebaut. Es handelt sich um eine hochproduktive, wirtschaftlich bedeutende Langkornsorte mit neutralem Geschmack. Sie wird häufig in der Gastronomie oder in Fertiggerichten verwendet, da sie stabil und kostengünstig ist. Geschmacklich ist sie eher zurückhaltend, dafür aber vielseitig einsetzbar.
10. Texmati
Texmati ist ein US-amerikanischer Hybridreis, der aus der Kreuzung von Basmati mit lokalem Langkornreis entstanden ist. Er verbindet die duftenden Eigenschaften des Basmati mit der Robustheit amerikanischer Sorten und bleibt nach dem Kochen locker. Besonders in der nordamerikanischen Küche kommt Texmati in Reispfannen, Aufläufen oder Bowls zum Einsatz. Durch seinen feinen Duft zählt er auch zur Aromareis-Gruppe.

Mittelkornreis

Mittelkornreis stammt vor allem aus Südeuropa, Ostasien und den USA und ist besonders beliebt in der mediterranen und asiatischen Küche. Seine Körner sind kürzer als beim Langkornreis, enthalten mehr Stärke und entwickeln beim Kochen eine sämige, leicht klebrige Konsistenz. Dadurch eignet er sich hervorragend für Gerichte wie Risotto, Paella oder Reisschalen, bei denen eine cremige oder bindende Textur gewünscht ist. Im Vergleich zu Langkorn- und Rundkornreis bietet Mittelkornreis ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Bissfestigkeit und Cremigkeit. In der folgenden Rubrik werden die bekanntesten Sorten dieser vielseitigen Reiskategorie ausführlich vorgestellt.

1. Arborio
Der Arborio-Reis stammt aus der Po-Ebene im Norden Italiens und ist der Klassiker für die Zubereitung von Risotto. Seine Körner sind dick, rundlich und haben einen hohen Stärkegehalt, der beim Kochen freigesetzt wird und für eine besonders cremige Konsistenz sorgt. Geschmacklich ist er neutral, nimmt aber Aromen von Brühe, Wein und Käse exzellent auf. Trotz seiner rundlichen Form gehört er aufgrund der mittleren Korngröße eher zur Gruppe der Mittelkornreissorten.
2.Carnaroli
Carnaroli gilt als die edelste Reissorte Italiens und stammt vor allem aus der Lombardei und dem Piemont. Er bleibt beim Kochen fester als Arborio, hat aber ebenfalls einen hohen Stärkegehalt, der für eine sämige Bindung sorgt. Diese Kombination aus Cremigkeit und Bissfestigkeit macht ihn ideal für ein raffiniertes Risotto mit Pilzen, Meeresfrüchten oder Safran. Aufgrund seiner Form liegt er zwischen Mittel- und Rundkorn, wird aber meist der Mittelkorn-Kategorie zugeordnet.
3. Vialone Nano
Auch dieser Reis stammt aus Italien, genauer aus Venetien, und wird dort traditionell für Risotto alla zucca (mit Kürbis) verwendet. Die Körner sind kleiner und runder als beim Carnaroli, nehmen Flüssigkeit sehr schnell auf und sorgen für eine besonders seidige Konsistenz. Sein Geschmack ist mild und erlaubt feine, elegante Aromen. Aufgrund seiner kurzen Form wird er manchmal auch dem Rundkornreis zugerechnet, gilt aber als klassischer Mittelkornreis.
4. Bomba
Der spanische Bomba-Reis wird vor allem in der Region Valencia angebaut und ist das Herzstück der traditionellen Paella. Er kann das Dreifache seines Volumens an Flüssigkeit aufnehmen, ohne zu zerfallen, wodurch er besonders aromatisch wird. Die Körner bleiben dennoch körnig und trennen sich gut. Seine Eigenschaften machen ihn zu einem typischen Vertreter des Mittelkornreises.
5. Baldo
Baldo stammt ursprünglich aus Italien, wird aber auch in der Türkei angebaut und ist dort sehr verbreitet. Die Körner sind groß, glasig und entwickeln beim Kochen eine leicht cremige Textur, ohne dabei zu kleben. Baldo ist vielseitig einsetzbar – von Suppen über Risotto bis hin zu orientalischen Gerichten. Geschmacklich bleibt er dezent, nimmt aber Aromen gut auf.
6. Calrose
Calrose wurde in Kalifornien entwickelt und ist heute eine der meistverwendeten Reissorten in den USA und in asiatisch-amerikanischen Küchen. Die Körner sind weich, leicht klebrig und haben einen milden, leicht süßlichen Geschmack. Besonders beliebt ist Calrose in Sushi-Bowls, Reisschalen oder als Beilage zu Fisch. Durch seine leichte Klebrigkeit wird er manchmal auch dem Rundkornreis zugeordnet, gehört technisch aber eher zum Mittelkornreis.
7. Akitakomachi
Diese Sorte stammt aus der Region Akita im Norden Japans und ist dort eine der beliebtesten Tischreis-Sorten. Akitakomachi hat glänzende, weiche Körner mit einem fein-süßlichen Aroma und einer leicht klebrigen Textur. Er wird hauptsächlich für Reisschalen, Bento-Boxen und auch für Onigiri verwendet. Wegen seiner Vielseitigkeit bewegt er sich an der Grenze zwischen Mittel- und Rundkornreis.
8. Shari-Reis (für Sushi)
Auch wenn Sushi-Reis oft als Rundkornreis bezeichnet wird, handelt es sich häufig um Mittelkornsorten wie spezielle japanische Kreuzungen (z. B. Sasanishiki). Diese Reissorten haben eine weiche, klebrige Konsistenz, die das Formen erleichtert, und einen neutralen Geschmack, der gut mit Essig, Zucker und Salz harmoniert. Besonders wichtig ist die gleichmäßige Konsistenz und Feuchtigkeit. Je nach Sorte kann Sushi-Reis als Mittel- oder Rundkorn klassifiziert werden.
9. Calasparra-Reis
Calasparra-Reis stammt aus der gleichnamigen Region in der spanischen Provinz Murcia und gehört zu den traditionsreichsten Mittelkornreissorten des Landes. Die Körner sind klein, rundlich und besonders saugfähig, was sie ideal für Gerichte mit viel Flüssigkeit macht – vor allem für Paella oder Eintöpfe. Beim Kochen behalten sie ihre Form und entwickeln eine leicht körnige, bissfeste Textur mit mildem Geschmack. Aufgrund ihrer Größe und Funktionalität zählt die Sorte klar zur Mittelkornreisgruppe, eignet sich jedoch auch für Suppengerichte ähnlich wie Rundkornreis.
10. Valencia-Reis
Valencia-Reis, oft synonym verwendet mit „Arroz de Valencia“, ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung für Mittelkornreis aus der spanischen Region Valencia. Diese Sorte nimmt große Mengen an Flüssigkeit auf und gibt gleichzeitig Stärke ab, was sie zur idealen Grundlage für authentische Paella macht. Der Reis bleibt dabei angenehm körnig, verklebt nicht und nimmt die Aromen der Brühe intensiv auf.
Mit seiner kompakten, aber nicht klebrigen Struktur gehört er eindeutig zur Gruppe der Mittelkornreissorten.

Rundkornreis

Rundkornreis stammt vor allem aus Ostasien und Südeuropa und ist besonders für seine hohe Klebrigkeit und seinen cremigen Charakter bekannt. Die Körner sind kurz, rundlich und enthalten viel Stärke, die beim Kochen freigesetzt wird. Dadurch eignet sich Rundkornreis ideal für süße Gerichte wie Milchreis, für Sushi oder für Reisbällchen, bei denen der Reis gut haften muss. Im Vergleich zu Lang- und Mittelkornreis ist er besonders formbar und weich. In der folgenden Rubrik werden die bekanntesten Sorten dieser Reiskategorie ausführlich vorgestellt.
1. Sushi-Reis (z. B. Koshihikari oder Sasanishiki)
Sushi-Reis stammt aus Japan und ist eine der bekanntesten Rundkornreissorten weltweit. Die Körner sind kurz, glänzend und besonders klebrig – eine Eigenschaft, die essenziell für die Grundlage für Nigiri, Maki und andere Sushiarten. Geschmacklich ist er leicht süßlich und neutral, wodurch er sich ideal mit Reisessig, Zucker und Salz verbinden lässt. Technisch kann Sushi-Reis auch als Mittelkornreis eingestuft werden, doch aufgrund seiner Form und Konsistenz zählt er überwiegend zur Rundkorngruppe.
2.Milchreis (auch Doppelkorn genannt)
Milchreis wird in vielen Ländern Europas angebaut, etwa in Deutschland oder Italien, und ist speziell für süße Zubereitungen gedacht. Die Körner sind rund, weichkochend und besonders stärkehaltig, wodurch sie beim Kochen eine sämige, cremige Konsistenz entwickeln. Besonders beliebt ist Milchreis in Kombination mit Zimt, Zucker oder Fruchtkompott. Aufgrund seiner Textur eignet er sich kaum für herzhafte Gerichte.
3. Glutinous Rice (Klebreis, auch Sticky Rice genannt)
Dieser Rundkornreis stammt aus Südostasien, vor allem aus Thailand, Laos und Vietnam. Trotz des Namens enthält er kein Gluten, ist aber extrem klebrig, wenn er gedämpft wird. Er wird oft für traditionelle Süßspeisen wie Mango Sticky Rice oder als Beilage zu herzhaften Gerichten in Bananenblättern verwendet. Aufgrund seiner speziellen Eigenschaften zählt er auch zur Gruppe der Sonderreissorten.
4. Risottoreis aus dem Balkan
Risottoreis aus dem Balkan, häufig in Ländern wie Serbien, Kroatien oder Nordmazedonien angebaut, ist eine regionaltypische Rundkornsorte, die sich durch ihren hohen Stärkegehalt und eine eher kurze, runde Form auszeichnet. Beim Kochen wird der Reis besonders cremig, ohne dabei seine Form vollständig zu verlieren – ideal für deftige Reisgerichte wie serbischen Reis mit Paprika oder einfache Risotto-Varianten. Der Geschmack ist mild, wodurch er Gewürze und Brühen gut aufnimmt. Aufgrund seiner Eigenschaften gehört er eindeutig zur Rundkornreisgruppe, zeigt aber auch Ähnlichkeiten zum Mittelkornreis in seiner Anwendung.
5.Puddingreis
Puddingreis ist eine in Mitteleuropa, besonders in Deutschland und Österreich, verbreitete Rundkornsorte, die speziell für süße Gerichte verwendet wird. Die Körner sind besonders stärkehaltig, rund und dick, was beim Kochen zu einer weichen, sämigen Konsistenz führt – ideal für Milchreis, Reispudding oder Aufläufe. Sein Geschmack ist neutral, mit einer leichten Süße, die gut mit Zimt, Vanille oder Früchten harmoniert. Durch seine kurze Kornform und klebrige Konsistenz zählt er eindeutig zur Rundkornreisfamilie.
6.Yumenishiki
Yumenishiki ist eine hochwertige japanische Reissorte, die heute auch in Europa angebaut wird, etwa in Italien oder Österreich. Die Körner sind rund, weich und leicht süßlich, mit perfekter Klebrigkeit für Sushi oder Onigiri. Durch ihre Vielseitigkeit ist sie auch in gehobenen Restaurants sehr beliebt. Sie gehört klassisch zur Rundkornreisgruppe, kann je nach Züchtung aber auch mittelkornähnliche Eigenschaften aufweisen.
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7. Balilla
Balilla ist eine traditionelle italienische Rundkornsorte, die vor allem für Süßspeisen und Aufläufe verwendet wird. Die Körner sind klein, rund und stärkehaltig, wodurch sie eine besonders cremige Konsistenz entwickeln. In Italien findet man Balilla häufig in Reispuddings oder Torte di Riso. Durch seine weiche Textur und Form ist er ein typischer Vertreter der Rundkornfamilie.

Vollkornreis

Vollkornreis wird weltweit angebaut, unter anderem in Asien, Nordamerika und Europa, und umfasst unpolierte Reissorten, bei denen noch die Randschichten, das Silberhäutchen, erhalten bleibt. Dadurch enthält er mehr Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe als polierter Reis. Seine Körner sind kräftiger im Biss und besitzen einen leicht nussigen Geschmack. Im Vergleich zu den anderen Reisekategorien zeichnet er sich durch seinen höheren Nährstoffgehalt und seine kernige Struktur aus. In der folgenden Rubrik werden die bekanntesten Vollkornreissorten ausführlich vorgestellt.
1. Naturreis (Brauner Reis)
Naturreis – auch als brauner Reis bekannt – ist weltweit verbreitet und wird unter anderem in den USA, Indien, China und Europa angebaut. Da das Silberhäutchen beim Polieren nicht entfernt wird, behält er einen hohen Anteil an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Er hat einen leicht nussigen Geschmack, bleibt beim Kochen bissfest und eignet sich ideal für Bowls, Gemüsepfannen oder als gesunde Beilage. Je nach Reiskornlänge kann Naturreis auch zur Lang-, Mittel- oder Rundkorn-Gruppe gehören.
2. Roter Reis aus Bhutan
Dieser spezielle Vollkornreis stammt aus den Hochlagen Bhutans und zeichnet sich durch seine rötlich-braune Farbe aus. Die Körner bleiben auch nach dem Garen kernig und entwickeln ein erdiges, leicht süßliches Aroma. Er wird traditionell zu Gemüse- und Pilzgerichten serviert und ist reich an Antioxidantien. Durch seine Vollkornstruktur ist er besonders sättigend und Aroma-intensiv.
3. Camargue-Reis (Frankreich)
Der rote Camargue-Reis wird in der gleichnamigen Region in Südfrankreich angebaut und ist für seinen rustikalen, nussigen Geschmack bekannt. Die ungeschälten Körner behalten ihre rötliche Schale, was dem Reis nicht nur ein kräftiges Aroma, sondern auch einen dekorativen Charakter verleiht. Er eignet sich hervorragend als Beilage zu mediterranen Gemüse-, Fisch- oder Fleischgerichten. Camargue-Reis wird ausschließlich als Vollkornreis angeboten.
4. Schwarzer Vollkornreis (auch „Forbidden Rice“) – China/Thailand
Dieser tiefviolett bis schwarze Reis stammt ursprünglich aus China und Thailand und war einst dem Adel vorbehalten – daher der Name Forbidden Rice. Beim Kochen nimmt er eine dunkle Farbe an und entfaltet ein intensiv nussiges Aroma mit leicht süßlicher Note. Er eignet sich für herzhafte Gerichte ebenso wie für exotische Desserts, z. B. mit Mango und Kokosmilch. Wegen seiner besonderen Farbe und Aromatik wird er teilweise auch der Gruppe der Aromareis – Sorten zugeordnet.
5. Red Cargo Rice (Thailand)
Red Cargo Rice ist eine in Thailand beliebte Vollkornreissorte mit tiefroter Schale und langem Korn. Er ist weniger poliert als weißer Jasminreis, behält dadurch seine wertvollen Nährstoffe und bleibt nach dem Kochen leicht bissfest. Sein Geschmack ist leicht erdig und nussig, was ihn besonders in vegetarischen und asiatischen Gerichten beliebt macht. Aufgrund seiner Körnerform kann er zusätzlich als Langkornreis betrachtet werden.
6. Wildreis (Nordamerika)
Wildreis ist botanisch gesehen kein echter Reis, sondern ein Wassergras, das vor allem in Kanada und im Norden der USA vorkommt. Die langen, dunklen Körner haben einen kräftigen, nussigen Geschmack und eine zähe, bissfeste Textur. Er wird oft mit anderen Reissorten gemischt und als Beilage zu Wild, Geflügel oder herbstlichen Gemüsegerichten serviert. Aufgrund seiner botanischen Andersartigkeit zählt er zur Gruppe der Sonderreissorten, wird aber auch als hochwertiger Vollkornreis genutzt.
7. Germinated Brown Rice (GBR, Keimlingreis) – Japan
Dieser Reis wird aus Vollkornreis hergestellt, der leicht vorgekeimt wurde – eine Methode, die in Japan populär ist. Durch das Keimen wird der Reis leichter verdaulich, bekommt einen milden, leicht süßlichen Geschmack und enthält mehr bioaktive Nährstoffe. Er bleibt etwas weicher als klassischer Naturreis und wird häufig in der gesundheitsbewussten Küche eingesetzt. Als Vollkornreis mit funktionalem Mehrwert kann er auch der Gruppe der Sonderreissorten zugeordnet werden.

Aromareis

Fast jede Aromareis – Sorte kann oft auch zusätzlich in die anderen Reis – Gruppen eingeteilt werden, aber aufgrund seiner aromatischen Eigenschaften macht es auch durchaus Sinn, ihn zusätzlich in einer eigenen Gruppe aufzuführen.
Er stammt überwiegend aus Asien, insbesondere aus Indien, Pakistan, Thailand und Bangladesch. Typisch für diese Reissorten ist ihr feiner, oft blumiger oder nussiger Duft, der sich bereits beim Kochen entfaltet. Im Vergleich zu anderen Reis – Gruppen überzeugt Aromareis nicht nur durch seine Textur, sondern vor allem durch sein intensives Eigenaroma. Er wird vor allem für edle Gerichte wie Biryani, Thai-Currys oder Duftreis verwendet. In der folgenden Rubrik werden die bekanntesten Sorten dieser aromatischen Reisfamilie ausführlich vorgestellt.
1. Basmati
Basmati-Reis stammt aus den Regionen am Fuß des Himalayas, vor allem aus Nordindien und Pakistan. Er ist bekannt für sein besonders langes Korn und ein feines, nussig-blumiges Aroma, das sich beim Kochen intensiv entfaltet. Basmati bleibt locker und körnig und eignet sich hervorragend für Gerichte wie Biryani, Pilaw oder als Beilage zu Currygerichten. Aufgrund seiner Korngröße gehört er gleichzeitig zur Gruppe der Langkornreissorten.
2. Jasminreis (Khao Hom Mali)
Jasminreis hat seinen Ursprung in Thailand und gehört zu den duftendsten Reissorten der Welt. Er verströmt beim Kochen ein zartes, blumiges Aroma, das an Pandan erinnert, und besitzt eine leicht klebrige Konsistenz. Besonders beliebt ist er als Beilage zu Thai-Currys, Wokgerichten oder gebratenem Fleisch. Aufgrund seiner langen Körner ist er auch Teil der Langkornreis – Gruppe.
3. Kalijira
Kalijira, auch „Baby Basmati“ genannt, stammt aus Bangladesch und ist eine sehr feinkörnige, aromatische Reissorte. Trotz seiner kleinen Größe besitzt er ein intensives, Basmati-ähnliches Aroma und bleibt beim Kochen locker. Er wird häufig für Festtagsgerichte oder als edle Beilage zu Fisch und Gemüse verwendet. Wegen seiner Duftnote zählt er eindeutig zur Aromareis – Familie, wird jedoch in der Küche ähnlich wie Mittelkornreis genutzt.
4. Gobindobhog
Gobindobhog ist eine traditionsreiche Reissorte aus Westbengalen in Indien, die vor allem in religiösen Zeremonien und für Festgerichte verwendet wird. Der Reis ist kurz, leicht klebrig und besitzt ein süßliches, milchiges Aroma mit nussiger Note. Er eignet sich besonders gut für süße Speisen wie Kheer (Milchreis) oder aromatische Reis-Pilaws. Aufgrund seiner Körnung ist er auch dem Rundkornreis zuzuordnen.
5. Thai Hom Mali 105
Diese Variante des Jasminreis wurde in Thailand speziell als Premiumsorte gezüchtet und gilt als eine der aromatischsten Reissorten weltweit. Sie besitzt einen besonders intensiven Duft, eine weiche, aber leicht klebrige Textur und wird vor allem für feine Reisgerichte oder als Festtagsbeilage verwendet. Typische Gerichte sind Duftreis mit Garnelen, Kokos-Huhn oder Gebratener Reis mit Ananas. Wie ihr Ursprung Jasminreis gehört auch Thai Hom Mali zur Langkorn- und Aromareis-Gruppe.
6. Texmati
Texmati ist eine US-amerikanische Kreuzung aus Basmati und lokalem Langkornreis, die in Texas entwickelt wurde. Er besitzt das typische, leicht nussige Aroma des Basmati, bleibt beim Kochen aber etwas fester und ist an amerikanische Kochgewohnheiten angepasst. Verwendet wird er für Pilaws, Salate oder als Beilage zu Fleischgerichten. Durch seine Aromaeigenschaften gehört er zur Aromareis-Gruppe, aber auch zur Langkornfamilie.
7. Khao Dawk Mali (Original-Jasminvariante)
Khao Dawk Mali ist die originale, traditionelle Form des thailändischen Jasminreis und gilt als Ursprungsquelle heutiger Sortenzüchtungen. Er duftet intensiv nach Pandan und besitzt eine weiche, seidige Textur mit leichtem Biss. Besonders in der gehobenen Thai-Küche kommt er als aromatische Grundlage für feine Soßen und Currygerichte zum Einsatz. Wie alle Jasminreisarten ist er Teil der Aromareis- und Langkornkategorie.
8. Kasturi-Reis
Kasturi-Reis ist eine seltene, aromatische Reissorte aus Indien, die vor allem in der Region Madhya Pradesh angebaut wird. Er besitzt ein intensives, Moschus-ähnliches Aroma, das an wilden Basmati erinnert, jedoch noch markanter und würziger ist. Die Körner sind mittellang bis lang, bleiben beim Kochen locker und werden traditionell für besondere Gerichte wie aromatische Pulaos oder festliche Reisspezialitäten verwendet. Aufgrund seiner Duftintensität zählt Kasturi-Reis zur Aromareis-Gruppe, lässt sich aber je nach Sortierung auch als Langkornreis einordnen.

Sonderreis

Sonderreis umfasst Reissorten, die sich durch besondere Verarbeitung, botanische Herkunft oder funktionelle Eigenschaften auszeichnen. Vertreter dieser Gruppe stammen aus ganz unterschiedlichen Regionen – etwa aus Äthiopien, Vietnam, Indien oder Nordamerika – und finden vor allem in traditionellen, medizinischen oder spezialisierten Küchen Anwendung. Im Unterschied zu den anderen Reis – Gruppen steht bei Sonderreis nicht die Korngröße, sondern die Nutzung oder besondere Eigenschaft im Vordergrund. In der folgenden Rubrik werden die bekanntesten Sorten dieser vielfältigen Kategorie ausführlich vorgestellt.

1. Wildreis
Wildreis stammt ursprünglich aus Nordamerika, insbesondere aus den Seenregionen Kanadas und der USA, und ist botanisch kein echter Reis, sondern ein Wassergras. Die langen, dunklen Körner haben einen kräftigen, nussigen Geschmack und eine bissfeste, fast zähe Textur. Er wird häufig mit anderen Reissorten gemischt und zu Wild, Geflügel oder Pilzgerichten serviert. Aufgrund seiner besonderen Herkunft zählt er zur Gruppe der Sonderreissorten, wird aber auch als hochwertiger Vollkornreis verwendet.
2. Klebreis (Glutinous Rice)
Klebreis, auch Sticky Rice, Wachsreis oder Stärkereis genannt, ist vor allem in Südostasien verbreitet – etwa in Thailand, Laos oder Vietnam. Die Körner werden beim Garen extrem klebrig und eignen sich daher ideal für Süßspeisen wie Mango Sticky Rice oder für herzhafte Zubereitungen in Bananenblättern. Geschmacklich ist er mild, nimmt jedoch Aromen sehr gut auf. Trotz seiner runden Form zählt er aufgrund seiner funktionellen Eigenschaften zur Kategorie des Sonderreis, kann aber auch als Rundkornreis gelten.
3. Bruchreis (Com Tam)
Bruchreis entsteht beim Verarbeitungsprozess als Nebenprodukt und wird besonders in Vietnam, aber auch in Westafrika verwendet. Die kleinen, gebrochenen Körner haben eine zarte Konsistenz, werden schnell weich und ergeben eine leicht breiige Textur. Besonders bekannt ist das vietnamesische Gericht Com Tam, bei dem Bruchreis mit gegrilltem Fleisch und eingelegtem Gemüse serviert wird. Durch seine Form und Struktur fällt er nicht in die klassischen Kornkategorien, sondern zählt funktionell zu den Sonderreissorten.
4. Parboiled-Reis
Parboiled-Reis ist weltweit verbreitet und wird vor allem in Asien, den USA und Westafrika verarbeitet. Durch ein spezielles Dampfverfahren wird ein Teil der Nährstoffe aus der Schale ins Korn gepresst, wodurch der Reis nährstoffreicher und kochfester wird. Er bleibt beim Garen körnig, ist länger haltbar und wird häufig in Großküchen und der Systemgastronomie verwendet. Auch wenn er oft aus Langkornreis gewonnen wird, macht ihn die Verarbeitung zum Vertreter der Sonderreissorten.
5. Reisflocken (Poha)
Reisflocken, auch Poha genannt, stammen vor allem aus Indien und bestehen aus gedämpftem, gewalztem Reis, der anschließend getrocknet wird. Sie sind besonders schnell gar und werden häufig als Frühstück oder Snack mit Gewürzen, Gemüse und Nüssen serviert. Die Konsistenz ist weich, leicht körnig, und sie nehmen Flüssigkeit gut auf. Da sie technisch keine Körner mehr sind, sondern verarbeitet wurden, zählen sie zu den Sonderreisprodukten.
6. Germinated Brown Rice (Keimlingreis)
Germinated Brown Rice, kurz GBR, stammt vor allem aus Japan und Korea und ist ein vorgekeimter Vollkornreis mit besonders hohem Nährwert. Durch den Keimprozess wird der Reis weich, leicht verdaulich und reich an bioaktiven Stoffen. Er besitzt einen mild-süßlichen Geschmack und eine angenehme, lockere Textur. Obwohl er ursprünglich aus Vollkornreis hervorgeht, macht ihn die spezielle Behandlung zum typischen Vertreter der Sonderreissorten.
7.Schnellkochreis
Schnellkochreis, auch als Instantreis bekannt, wird weltweit hergestellt, insbesondere in den USA, Europa und Asien. Er entsteht durch Vorkochen, Trocknen und gegebenenfalls Auflockern des Reiskorns, wodurch sich die Garzeit auf wenige Minuten reduziert. Geschmacklich ist er eher neutral, mit einer etwas weicheren, weniger körnigen Textur im Vergleich zu frisch gekochtem Reis. Aufgrund der industriellen Verarbeitung und Funktion zählt Schnellkochreis eindeutig zur Gruppe der Sonderreissorten, auch wenn er ursprünglich meist aus Langkornreis besteht.
8. Reisgrieß/Reismehl-Reis
Reis, der speziell für die Herstellung von Reisgrieß oder Reismehl verwendet wird, stammt häufig aus Asien oder Südeuropa, wo er traditionell für Babynahrung, Süßspeisen oder glutenfreie Backwaren verarbeitet wird. Die verwendeten Sorten sind größtenteils weichkochende Rund- oder Mittelkornreissorten mit hohem Stärkegehalt, die sich gut vermahlen lassen. Geschmacklich ist Reismehl mild, leicht süßlich und sehr vielseitig in der Anwendung – von Breien über Klöße bis hin zu Reiskuchen. Da die Körner speziell verarbeitet und funktional eingesetzt werden, zählt dieser Reis klar zur Gruppe der Sonderreissorten.
9. Grüner Reis
Grüner Reis ist eine besondere Reisvariante, die größtenteils in Asien, insbesondere in Vietnam und Thailand, hergestellt wird. Dabei handelt es sich in der Regel nicht um eine eigene Reissorte, sondern um unreif geernteten Reis, der noch grünlich gefärbt ist und entweder frisch verarbeitet oder geröstet und zu Flocken (z. B. Cốm in Vietnam) verarbeitet wird. Geschmacklich ist grüner Reis zart, leicht nussig und besitzt eine frische, fast grasige Note. Je nach Verarbeitung dient er als Zutat in Süßspeisen, Snacks oder saisonalen Spezialitäten. Aufgrund seiner speziellen Erntezeit und Nutzung zählt grüner Reis zur Gruppe der Sonderreissorten, lässt sich aber – je nach Korntyp – auch als unreifer Rund- oder Mittelkornreis einordnen.

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