
Die Bedeutung von Reis geht weit über seine Eigenschaft als Hauptnahrungsmittel für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung hinaus.
Reis prägt kulturelle Lebensweisen, die von rituellen Opfern in Indien bis zu festlichen Zeremonien in Japan reichen, besitzt landschaftsprägende Eigenschaften, die vor allem in den Terrassenfeldern in Südostasien, den Flussdeltas in Afrika oder den Reisanbauflächen Südeuropas ersichtlich werden und ist zudem wirtschaftlich ein bedeutender Faktor zahlreicher Länder.
Die bekanntesten Sorten jeder Reisfamilie sind in einer separaten Rubrik detailliert hier aufgeführt. Link
Reis – das weltumspannende Korn der Vielfalt
Der zur Familie der Süßgräser gehörende Reis ist in seiner Sortenvielfalt einzigartig.
So sind weltweit über 100 000 Reissorten bekannt, von denen viele regional kultiviert und genutzt werden.
Neben Weizen und Zuckerrohr gehört Reis zu den weltweit am meisten angebauten Nutzpflanzen, die für die menschliche Ernährung verwendet werden.
In der westlichen Küche ist Reis zwar nicht so omnipräsent wie in Asien, dennoch hat er in verschiedensten Formen seit vielen Jahrzehnten eine große Bedeutung.
Botanisch gehört Reis zur Familie der Süßgräser (Poaceae), dabei werden die Getreidekörner der Gattung „Oryza“ als Reis bezeichnet.
Der Gattung „Oryza“ gehören fast 20 verschiedene Arten mit über 100.000 Reissorten an, wobei aber nur die weltweit am meisten vorkommende Art „Oryza sativa“ sowie die vor allem in Afrika verbreitete Sorte „Oryza glaberrima“ domestiziert wurden und wirtschaftlich bedeutend sind.
In den folgenden Rubriken wird ein Überblick über die Geschichte des Reisanbaus, seine kulturelle Bedeutung sowie seinen Ernährungsanteil in verschiedenen Weltregionen dargestellt.
Anschließend stellen wir die wichtigsten Gruppen der weltweiten Reisarten nach küchentechnischen Einteilungs-Aspekten vor und charakterisieren jede dieser Gruppen mit ihren Eigenschaften und Verwendungszwecken.
Die bekanntesten Sorten der einzelnen Reis – Gruppen sind in einer separaten Rubrik aufgeführt.
Darüber hinaus betrachten wir die Inhaltsstoffe von Reis – darunter komplexe Kohlenhydrate, wichtige Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe – und analysieren seinen Wert für die Ernährung, auch im Vergleich zu anderen Getreidearten.
Ein Blick auf die wichtigsten Anbaugebiete, etwa in Indien, China, Indonesien oder Italien, zeigt die globale Bedeutung dieses Getreides. Abschließend geben wir einen Einblick in die kulinarische Vielfalt von Reis: als Beilage, Hauptgericht, Dessert oder Bestandteil von Getränken – Reis ist aus der Weltküche nicht wegzudenken.
Ursprung, Bedeutung und Vielfalt eines Weltnahrungsmittels
Reis zählt zu den ältesten und wichtigsten Kulturpflanzen der Menschheitsgeschichte. Bereits vor rund 9.000 Jahren wurde Reis in Südchina domestiziert, von wo aus er sich über Südostasien, Indien und später nach Afrika, Europa und Amerika verbreitete. Archäologische Funde belegen, dass Reis bereits 5.000 v. Chr. in Indien und Thailand angebaut wurde. In Europa wurde Reis erstmals im Mittelalter in Spanien und später in Italien kultiviert, wo er bis heute – etwa in der Po-Ebene – eine bedeutende Rolle spielt.
Die kulturelle Bedeutung von Reis ist besonders in Asien tief verwurzelt. In vielen asiatischen Ländern ist Reis nicht nur ein Grundnahrungsmittel, sondern ein Symbol für Leben, Fruchtbarkeit und Wohlstand.
In Japan etwa gilt er als heilige Pflanze, in Indien ist Reis Teil vieler religiöser Rituale. Auch in Afrika und Südamerika hat Reis eine zentrale Rolle im Alltag und in Festtraditionen. In westlichen Ländern wurde Reis lange Zeit als exotisch betrachtet, doch mit der Globalisierung und dem Interesse an gesunder Ernährung hat er auch hier seinen festen Platz gefunden.
Botanisch gehört Reis zur Familie der Süßgräser (Poaceae), zur Gattung Oryza.
Dieser Gattung gehören fast 20 verschiedene Arten mit über 100.000 Reissorten an, wobei aber nur die weltweit am meisten vorkommende Art „Oryza sativa“ sowie die vor allem in Afrika verbreitete Sorte „Oryza glaberrima“ domestiziert wurden und wirtschaftlich bedeutend sind.
Innerhalb dieser Arten unterscheidet man verschiedene Untergruppen, wie Indica (langkörnig, locker), Japonica (rundkörnig, klebrig) und Aromareis wie Basmati oder Jasmin.
Küchentechnisch lässt sich Reis ebenfalls nach Form, Verarbeitung und Verwendung einteilen, die wir übersichtlich kurz charakterisieren.
• Langkornreis
Bleibt beim Kochen locker und körnig – ideal für Beilagen oder Pfannengerichte.
• Mittelkornreis
Er ist leicht klebrig und wird z. B. für Risotto oder Paella verwendet.
• Rundkornreis
Ist besonders weich und cremig – perfekt für Milchreis oder Sushi.
• Vollkornreis
Wird auch Naturreis genannt, enthält alle Randschichten und ist besonders nährstoffreich.
• Sonderreis
Sonderreissorten sind durch besondere Verarbeitung oder Funktion gekennzeichnet.
• Aromareis
Umfasst Reissorten mit einem natürlichen, intensiven Duft und Geschmack, die beim Kochen ein blumiges oder nussiges Aroma entfalten.
• Parboiled Reis
Wird durch ein spezielles Dampfverfahren vorbehandelt, wodurch Nährstoffe besser erhalten bleiben.
In Bezug auf die Ernährung spielt Reis in vielen Weltregionen eine Schlüsselrolle. So stellt er in Asien den Hauptanteil der täglichen Kalorienzufuhr dar – etwa 50–80 % je nach Land.
Auch in Afrika, insbesondere in Westafrika, ist Reis ein bedeutendes Grundnahrungsmittel, dessen Bedeutung durch Urbanisierung und Bevölkerungswachstum stetig steigt.
Für die lateinamerikanische Küche, etwa in Brasilien oder Mexiko, ist Reis ebenfalls nicht wegzudenken.
In Europa und Nordamerika hat er vor allem als Beilage oder in der internationalen Küche an Bedeutung gewonnen, während er in ernährungsbewussten Haushalten auch als glutenfreies, leicht verdauliches Lebensmittel geschätzt wird.
Ob in Sushi, Risotto, Curry, Reispudding oder gefüllten Weinblättern – Reis ist heute ein globales Lebensmittel mit lokalem Charakter. Seine enorme Sortenvielfalt und Anpassungsfähigkeit machen ihn zu einem der bedeutendsten Kultur- und Nahrungsgüter der Welt.
Wert für die Ernährung und wichtige Nährstoffe
Reis ist ein leicht verdauliches, vielseitig einsetzbares Grundnahrungsmittel, das in vielen Teilen der Welt zur täglichen Ernährung gehört. Besonders geschätzt wird er für seinen hohen Anteil an komplexen Kohlenhydraten, die den Körper mit langanhaltender Energie versorgen, sowie seine glutenfreie Eigenschaft, die ihn für Menschen mit Unverträglichkeiten geeignet macht. Je nach Sorte – ob weißer Reis, Vollkornreis oder Wildreis – variiert der Nährstoffgehalt deutlich. Insgesamt ist Reis – vor allem in seiner Vollkornform – ein wertvoller Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Durch Kombination mit Hülsenfrüchten, Gemüse oder fermentierten Produkten kann sein Nährwert weiter verbessert werden.
Hier sind die wichtigsten Nährstoffe im Reis und ihre Bedeutung für den Körper:
• Kohlenhydrate:
Reis besteht zu etwa 70–80 % aus komplexen Kohlenhydraten. Diese liefern dem Körper kontinuierlich Energie und sorgen für ein langes Sättigungsgefühl.
• Eiweiß (Proteine):
Reis enthält etwa 7–9 % pflanzliches Eiweiß. Es unterstützt den Aufbau und Erhalt von Körperzellen, Muskeln und Enzymen, besitzt jedoch eine geringere biologische Wertigkeit als tierisches Eiweiß.
• Ballaststoffe:
Vor allem in Natur- oder Vollkornreis enthalten, fördern sie eine gesunde Verdauung und wirken sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus. Sie unterstützen zudem das Sättigungsgefühl und tragen zur Darmgesundheit bei.
• Vitamin B1 (Thiamin):
Wichtig für den Kohlenhydratstoffwechsel und die Funktion von Nerven und Muskeln. Ein Mangel kann zu Müdigkeit, Reizbarkeit und Konzentrationsschwäche führen.
• Vitamin B3 (Niacin):
Unterstützt den Energiestoffwechsel und trägt zur Gesundheit von Haut und Nerven bei. Es ist zudem wichtig für die Regeneration von Zellen und den Cholesterinstoffwechsel.
• Magnesium:
Essenziell für Muskel- und Nervenfunktionen sowie für den Aufbau von Knochen und Zähnen. Es trägt außerdem zur Entspannung der Muskulatur und zum Energiestoffwechsel bei.
• Eisen:
Unverzichtbar für die Bildung von Hämoglobin und den Sauerstofftransport im Blut. Ein Eisenmangel kann zu Blutarmut, Erschöpfung und Leistungsschwäche führen.
• Zink:
Unterstützt das Immunsystem, die Wundheilung und zahlreiche Enzymfunktionen. Zink trägt auch zur Zellteilung und zum Schutz vor oxidativem Stress bei.
Reisanbau weltweit – Regionen, Formen und Wachstumsphasen
Reis wird in über 100 Ländern angebaut und zählt zu den wichtigsten Nutzpflanzen der Welt. Die größten und bekanntesten Anbaugebiete befinden sich in Asien, wo über 90 % der weltweiten Reisproduktion stattfindet. China und Indien führen die Statistik an, gefolgt von Ländern wie Indonesien, Bangladesch, Vietnam, Thailand und Myanmar. In diesen Regionen ist Reis nicht nur Hauptnahrungsmittel, sondern auch ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Außerhalb Asiens gehört Brasilien, die USA, Ägypten und Italien (Po-Ebene) zu den bedeutenden Anbauländern.
Reis wird in zwei Hauptformen kultiviert:
Nassreisanbau:
Ist am weitesten verbreitet, hier wachsen die Pflanzen in überfluteten Feldern – sogenannten Reisfeldern oder Paddys. Diese Methode schützt vor Unkraut und Schädlingen und sorgt für ein optimales Mikroklima.
Trockenreisanbau:
In dieser Form wird ohne permanente Überflutung angebaut, meist in Hügellagen oder bei geringer Wasserverfügbarkeit – z. B. in Teilen Afrikas oder Nordostindiens.
Wachstumsphasen:
Der Reisanbau verläuft in mehreren Wachstumsphasen, die in etwa 4 bis 6 Monate dauern, abhängig von Sorte und Klima:
1. Keimung und Aufzucht:
Die Reiskörner werden zunächst in Saatbeeten oder direkt im Feld ausgesät. Nach wenigen Tagen keimen sie und bilden erste Wurzeln und Triebe.
2. Pflanzung und Vegetationsphase:
Die jungen Pflanzen werden in die Felder umgesetzt oder wachsen weiter am Standort. In dieser Phase erfolgt ein intensives Blattwachstum und die Entwicklung des Halms.
3. Bestockung und Blüte:
Die Pflanze verzweigt sich, bildet neue Halme (Bestockung) und beginnt nach einigen Wochen mit der Blüte.
4. Kornbildung und Reifung:
Nach der Befruchtung entwickeln sich die Reiskörner in den Ähren. Sie reifen aus und verlieren nach und nach ihre Feuchtigkeit.
5. Ernte:
Sobald die Körner hart und trocken sind (meist bei 20–25 % Feuchtigkeit), erfolgt die Ernte – traditionell per Hand oder maschinell.
Nach der Ernte wird der Reis getrocknet, entspelzt und je nach Verwendungszweck weiterverarbeitet.
Die Kombination aus geeigneten Klimabedingungen, traditionellen Techniken und modernen Anbaumethoden macht den Reisanbau weltweit so erfolgreich – und das kleine Korn zu einem globalen Ernährungsträger.
Küchentechnische Eigenschaften und Verwendung der einzelnen Reissorten
Küchentechnisch lassen sich Reissorten in sechs Hauptgruppen unterteilen.
Langkornreis, Mittelkornreis, Rundkornreis, Vollkornreis, Sonderreis und Aromareis.
Je nach Sorte unterscheiden sie sich dabei in Geschmack, Konsistenz, Farbe, Verwendung sowie ihrer eigenen kulinarischen Geschichte und Textur.
Mit dem richtigen Wissen über ihre Eigenschaften lässt sich so jeder Reis gezielt einsetzen – für authentische Gerichte, kreative Neukreationen oder gesunde Alltagsküche.
Nachfolgend ist ein kompakter Überblick über die sechs Hauptgruppen von Reis, mit Fokus auf küchentechnische Eigenschaften, Textur, Geschichte und typische Verwendung aufgeführt, die genaue Beschreibung und einzelne Sorten dazu sind in einer separaten Rubrik aufgeführt.
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Langkornreis
Er hat längliche, schlanke Körner, die beim Garen locker und körnig bleiben. Durch seinen geringen Stärkegehalt neigt er nicht zum Verkleben. Historisch stark in asiatischen und afrikanischen Regionen verbreitet, ist er heute weltweit beliebt. Seine neutrale Textur und Struktur machen ihn ideal als Beilage, für Pfannengerichte oder in der Systemgastronomie, wo Reis körnig bleiben soll.
Mittelkornreis
Mittelkornreis liegt in Form und Konsistenz zwischen Lang- und Rundkornreis. Beim Kochen wird er leicht cremig, behält aber meist eine gewisse Bissfestigkeit. Er stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wird bis heute vor allem dort geschätzt. Durch seine Ausgewogenheit zwischen Struktur und Bindung eignet er sich ideal für Schmorgerichte, Reispfannen und spezielle regionale Gerichte, etwa mit kräftiger Brühe oder Tomaten.
Rundkornreis
Seine kurzen, rundlichen Körner haben einen hohen Stärkegehalt, die beim Kochen stark aufquellen und aneinander haften. Er hat eine lange Geschichte in europäischen und asiatischen Küchen, insbesondere bei Zubereitungen mit weicher oder cremiger Konsistenz. Seine klebrige, weiche Textur prädestiniert ihn für Milchreis, Risotto, Reisbällchen oder auch süße Reisprodukte in der Lebensmittelindustrie.
Vollkornreis
Bei diesem naturbelassenen Reis ist das Silberhäutchen (Kleie) nicht entfernt worden. Das verleiht ihm einen kräftigen, leicht nussigen Geschmack und eine festere Konsistenz. Er spielt seit jeher eine Rolle in der traditionellen wie auch der gesundheitsbewussten Ernährung. Aufgrund seiner Nährstoffdichte und Struktur wird er gern in vegetarischen und vollwertigen Gerichten verwendet, aber auch in Müsliprodukten und Bio-Fertiggerichten.
Sonderreis
So wird eine Sammelgruppe für Reissorten mit besonderen technologischen Eigenschaften bezeichnet, etwa klebriger Reis (Stärkereis) oder Schnellkochreis. Ihre Geschichte ist oft eng mit funktionellen Anforderungen in der Küche oder Industrie verbunden. Je nach Typ werden sie für Sushi, Süßspeisen oder Instantprodukte verwendet, bei denen gezielte Klebeeigenschaften oder kurze Garzeiten erforderlich sind.
Aromareis
Aromareis zeichnet sich durch seinen charakteristischen, meist blumig-nussigen Duft und Geschmack aus, der beim Kochen deutlich hervortritt. Er hat seine Wurzeln in Asien, wo diese Reissorten traditionell kultiviert werden. Aufgrund ihres Eigenaromas dienen sie nicht nur als Beilage, sondern tragen aktiv zum Geschmackserlebnis bei – besonders in der asiatischen und orientalischen Küche oder bei besonderen Anlässen.
Unterschiede bei der Zubereitung von Reis weltweit
Reis ist ein globales Grundnahrungsmittel – doch die Art und Weise, wie er zubereitet wird, unterscheidet sich regional stark. Die jeweilige Reissorte, die kulturelle Tradition und die gewünschten Texturen beeinflussen maßgeblich die Zubereitungstechniken.
In Asien, insbesondere in Japan, Korea und China, wird Reis häufig gedämpft. Rundkorn- oder Mittelkornreis wird dabei gewaschen, eingeweicht und anschließend in einem Reiskocher oder Bambusdämpfer gegart. Ziel ist ein leicht klebriger, aber körniger Reis – ideal für Sushi, Onigiri oder Beilagen.
Südostasien verwendet dagegen häufig Klebreis, der vor dem Dämpfen über Stunden eingeweicht wird.
Bei der Zubereitung in Ländern wie Thailand oder Laos wird dieser dann in speziellen Körben gedämpft und zu süßen oder herzhaften Gerichten verarbeitet.
In Indien und Pakistan hingegen wird oft mit der Quellmethode gearbeitet: Langkornreis wie Basmati wird in viel Wasser gekocht, bis er fast gar ist, dann abgegossen und gedämpft. Dies ergibt fluffige, getrennte Körner, wie sie für Biryani oder Pilaws typisch sind.
Einige Küchen in Europa, vornehmlich in Italien, benutzen Reis bevorzugt zur Zubereitung von Risotto: Dabei wird Mittelkornreis wie Arborio oder Carnaroli in Brühe unter ständigem Rühren langsam gegart. Das Ergebnis ist eine cremige, sämige Konsistenz mit leichtem Biss.
In Spanien nutzt man für Paella eine spezielle Pfannenmethode, bei der Bomba-Reis in einer flachen Pfanne gleichmäßig gart und am Boden eine knusprige Schicht bildet.
Auch in Lateinamerika wird Reis oft angebraten, bevor Wasser zugegeben wird – so etwa bei “Arroz con Pollo”.
Das Kochen in einem Topf, mit Tomatensoße, Zwiebeln und Gewürzen, wie beim “jollof rice” ist dagegen die bevorzugte Zubereitungsmethode von Reis in Afrika.
Diese Vielfalt zeigt: Reis ist mehr als eine Beilage – seine Zubereitung ist Kunst, Kultur und Geschmack in einem.
Typische Gerichte aus den unterschiedlichen Reisfamilien
Reis besitzt je nach Sorte unterschiedlichste küchentechnische Eigenschaften und bietet dadurch verschiedene Einsatzmöglichkeiten an.
Zudem variiert auch die Korn-Größe, Stärkegehalt, Klebrigkeit und damit auch die bevorzugten Verwendungsmöglichkeiten. Die richtige Reis-Auswahl entscheidet sich demnach, je nachdem, welche Produkteigenschaft des verwendeten Reis für ein Rezept benötigt wird.
Nachfolgend sind aus jeder der 6 unterschiedlichen Familien einige der weltweit typischsten Gerichte aufgeführt.
Langkornreis
Er bleibt beim Garen locker und körnig, da er wenig Stärke abgibt – dadurch klebt er nicht und eignet sich besonders gut für Gerichte, bei denen Struktur und einzelne Körner gewünscht sind. Seine neutrale Note macht ihn vielseitig einsetzbar, besonders in Kombination mit würzigen oder saftigen Zutaten.
Typische Gerichte mit Langkornreis weltweit:
Gefüllte Paprika (Deutschland)
Klassisch mit einer Mischung aus Langkornreis, Hackfleisch und Gewürzen gefüllt.
Reisfleisch (Österreich/Ungarn)
Ein einfaches Gericht aus Langkornreis, Paprika und Fleisch, oft mit Schwein oder Rind.
Jollof Rice (Westafrika)
Langkornreis in einer würzigen Tomatensoße, oft mit Gemüse und Hähnchen oder Rind.
Arroz con Pollo (Lateinamerika)
Würziger Langkornreis mit Hühnchen, Kräutern und Gemüse.
Chicken Fried Rice (China/International)
Gebratener Langkornreis mit Ei, Gemüse und Hähnchenstreifen.
Red Beans and Rice (Südstaaten, USA)
Gekochter Langkornreis als Basis für würzige Bohnen mit Speck oder Wurst.
Nasi Goreng (Indonesien)
Gebratener Langkornreis mit süß-scharfer Würze, Ei und Fleisch oder Garnelen.
Mittelkornreis
Mittelkornreis ist leicht klebrig, saugt viel Flüssigkeit auf und eignet sich hervorragend für Gerichte mit cremiger Konsistenz.
Typische Gerichte:
Reis-Gemüse-Eintopf (Deutschland)
Hausmannskost mit cremigem Charakter.
➤ Der Reis nimmt Brühe und Aromen intensiv auf und bleibt gleichzeitig körnig.
Reisauflauf mit Käse und Schinken (Frankreich) Herzhafter Ofenklassiker mit Béchamelsoße.
➤ Der Mittelkornreis sorgt für Bindung und Cremigkeit.
Risotto alla Milanese
Klassisches italienisches Gericht mit Carnaroli oder Arborio und Safran.
➤ Der hohe Stärkegehalt sorgt für die charakteristisch cremige Textur.
Paella Valenciana
Spanisches Nationalgericht mit Bomba-Reis, Meeresfrüchten und Gemüse.
➤ Der Reis bleibt körnig und nimmt dennoch intensiv die Aromen der Brühe auf.
Bibimbap (Korea)
Reisschüssel mit Gemüse, Ei und scharfer Paste.
➤ Mittelkornreis sorgt für eine leicht haftende Basis, auf der alle Zutaten gut sitzen.
Arroz con Pollo (Lateinamerika)
Reis mit Huhn, Tomaten und Gewürzen.
➤ Der Reis absorbiert die Aromen, bleibt aber formstabil und sämig.
Tomatenreis (Griechenland)
Mediterraner Reis mit Tomatensoße und Kräutern.
➤ Der leicht klebrige Reis verbindet sich hervorragend mit der würzigen Soße.
Rundkornreis
Rundkornreis hat einen hohen Stärkeanteil und wird weich bis klebrig – ideal für süße oder geformte Gerichte.
Typische Gerichte:
Milchreis mit Kirschen (Deutschland)
Klassisches Dessert oder süßes Mittagessen.
➤ Rundkornreis kocht weich auf und entwickelt eine cremige Konsistenz.
Reisauflauf mit Äpfeln und Zimt (Österreich)
Süßer Auflauf mit Eischneehaube.
➤ Die klebrige Beschaffenheit gibt dem Gericht Struktur und Bindung.
Sushi (Japan)
Sushi-Reis, mit Essig gewürzt, geformt, mit Fisch oder Gemüse.
➤ Seine Klebrigkeit ist essenziell für Formbarkeit und Halt.
Onigiri (Japan)
Reisbällchen mit Füllung, in Algen gehüllt.
➤ Die feuchte, formbare Konsistenz sorgt für perfekte Griffigkeit.
Arancini (Italien)
Frittierte Reisbällchen, meist mit Ragout oder Käse gefüllt.
➤ Die klebrige Stärke des Rundkorns hält alles kompakt zusammen.
Reispudding (USA/GB)
Süßspeise aus Milch, Zucker und Vanille.
➤ Der Stärkegehalt sorgt für die typische weiche, puddingähnliche Textur.
Vollkornreis
Vollkornreis enthält noch die Randschichten des Korns und ist nährstoffreicher, aber auch kerniger im Biss.
Typische Gerichte:
Gefüllte Weinblätter mit Vollkornreis (Balkan/Griechenland/Deutschland)
Vegetarische Variante der Dolma.
➤ Der kräftige Reis bringt Biss und Aroma in die Füllung.
Linseneintopf mit Vollkornreis (Deutschland) Hausgemachte Mischung aus Hülsenfrüchten und Naturreis.
➤ Der nussige Reis ergänzt die erdige Note der Linsen perfekt.
Vegetarische Bowl mit Naturreis
Vollkornreis mit gedämpftem Gemüse und Tahini-Dressing.
➤ Der leicht nussige Geschmack harmoniert gut mit frischen Zutaten.
Bhutanischer roter Reis mit Pilzen
Traditionelle Beilage in Bhutan.
➤ Der rotbraune Reis bleibt leicht bissfest und wirkt durch seine Farbe besonders edel.
Schwarzer Reis mit Mango (Thailand)
Dessert mit Kokosmilch und Früchten.
➤ Seine natürliche Süße und dunkle Farbe machen ihn zu einem optischen Highlight.
Gefüllte Paprika mit Vollkornreis
Reis-Füllung mit Kräutern, Tomaten und Gemüse.
➤ Der kernige Biss passt ideal zu weichem Ofengemüse.
Sonderreis
Sonderreissorten zeichnen sich durch spezielle Verarbeitung, Aromatik oder Funktionalität aus.
Typische Gerichte:
Reis-Pilz-Risotto mit Trüffelöl (Italien)
Luxuriöses Gericht mit aromatischem Spezialreis.
➤ Spezialsorten wie Vialone Nano sorgen für fein-cremige Struktur.
Herzhafter Reiskuchen mit Gemüse (Deutschland) Gebackener Auflauf aus aromatischem Reis.
➤ Funktionale Reissorten binden gut und bleiben dabei schnittfest.
Tahdig (Iran)
Reis mit knuspriger Kruste am Pfannenboden (Kamalis-Reis).
➤ Die Kruste entsteht durch Butter oder Joghurt und bringt Textur ins Gericht.
Mango Sticky Rice (Thailand)
Klebreis mit Kokosmilch und Mango.
➤ Klebreis saugt die Kokosmilch auf und verbindet sich harmonisch mit süßen Früchten.
Com Tam (Vietnam)
Bruchreis mit gegrilltem Fleisch und eingelegtem Gemüse.
➤ Die kleineren Körner haben eine zarte, leicht breiige Konsistenz.
Grüner Reis
➤ Besondere Reisvariante und keine eigene Sorte, meist aus Asien.
Der unreif geerntete Reis ist noch grünlich gefärbt, wird entweder frisch oder geröstet zu Flocken verarbeitet.
Weitere Verwendungen von Reis als Lebensmittel
Seine Vielseitigkeit macht ihn zu einem universellen Rohstoff für Küche und Lebensmittelindustrie gleichermaßen.
Reis findet über die klassische Verwendung hinaus in vielen weiteren Produkten Anwendung:
Reismehl:
Fein vermahlenes Produkt, eingesetzt für glutenfreies Backen, Nudeln (z. B. Reispapier, Glasnudeln) oder als Bindemittel.
Reisnudeln:
In asiatischen Küchen beliebt und werden aus Reismehl hergestellt – ideal für Pho, Pad Thai oder Sommerrollen.
Reisflocken:
Vorbehandelt, gedämpft und gewalzt – schnell gar, perfekt für Breie oder Babynahrung.
Reismilch (Pflanzendrink):
Laktosefreie Alternative aus fermentiertem Reis, genutzt in Kaffee, Müsli oder zum Backen.
Reisbier & Reiswein (z. B. Sake):
Durch Fermentation von Reis gewonnen – traditionell in Japan, China und Korea konsumiert.
Reisöl:
Aus der Reiskleie gewonnen, hitzestabil und cholesterinfrei – beliebt in der asiatischen Küche.
Auch in der Industrie findet Reis Verwendung
z. B. als Grundlage für glutenfreie Babynahrung, Diätkost, Instantprodukte und Snacks wie Reiswaffeln.
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